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خبر
Imamausbildung in Deutschland: DIK veröffentlicht aktualisierte Absolventenzahlen
Nach neuen Angaben der Deutschen Islam Konferenz (DIK) haben bislang Hunderte Religionsbedienstete die Imamausbildungen muslimischer Organisationen in Deutschland abgeschlossen, und neue Ausbildungsgänge sind hinzugekommen. Mit dem schrittweisen Ende der Entsendung staatlicher Imame aus der Türkei steigt der Bedarf an in Deutschland ausgebildeten Imamen – zugleich arbeiten Imame laut Studien oft in ungesicherten Verhältnissen.
ألمانيا · Berlin |
Was ist die Deutsche Islam Konferenz?
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Die Deutsche Islam Konferenz (DIK) ist nach eigener Darstellung seit 2006 das zentrale Forum der Bundesregierung für den Dialog mit den Musliminnen und Muslimen in Deutschland und ihren vielfältigen Vertretungen. Zugleich ermögliche sie Austausch und Verständigung innerhalb der muslimischen Gemeinschaft und wolle zu einem muslimischen Leben beitragen, das sich akzeptiert fühlt und stärker in der deutschen Gesellschaft beheimatet ist. Die DIK ist ein wesentlicher Teil der Aufgaben des Bundesinnenministeriums für gesellschaftlichen Zusammenhalt. In der Grundlagenphase bis 2017 entstanden Empfehlungen und gemeinsame Erklärungen, etwa zu islamischem Religionsunterricht, islamischer Theologie, Seelsorge und Wohlfahrtspflege; seit 2018 arbeitet die DIK auf dieser Grundlage an konkreten Vorhaben. In der aktuellen sechsten Phase wird sie thematisch und strukturell neu ausgerichtet. Beteiligt sind islamische Spitzenverbände, junge Initiativen außerhalb traditioneller Moscheestrukturen, muslimische Einzelpersonen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft. [1]
Ausbildungsgänge und Absolventen
الموقف الرسمي
Die DIK zählt die Imamausbildung zu ihren aktuellen Schwerpunkten; Ziel ist, dass mehr in Deutschland sozialisierte und auf Deutsch ausgebildete Imame in den Gemeinden tätig werden. Nach neuen Angaben, die die DIK am 21. Oktober 2026 veröffentlichte und die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im September 2026 herausgab, haben bislang Hunderte Religionsbedienstete die Ausbildungsgänge muslimischer Organisationen abgeschlossen. Zwei Standorte sind neu aufgeführt: die DITIB-Bildungsstätte Dormagen und das Zertifikat „Islam in der Sozialarbeit“ in Münster. [2][3]
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Die Zahlen beruhen auf Selbstangaben der Anbieter und beziehen sich jeweils auf die Gesamtzeit seit Beginn des Ausbildungsgangs. Danach haben die siebenjährige Ausbildung der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Riedstadt seit 2008 138 Personen abgeschlossen (Januar 2025), die Berufsfachschule Muslimischer Führungskräfte in Mainz 80 und die Bildungsakademie Bergkamen für Schülerinnen 60, beide im Umfeld des Islamrats (März 2025). Das Islamkolleg Deutschland (IKD) in Osnabrück erwartet bis Ende 2026 71 Absolventen der zweijährigen Imamausbildung und 25 der modularen Aus- und Weiterbildung. [3]
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Die 2020 gegründete DITIB-Akademie in Dahlem hat 66 Absolventen, weitere 41 sollen 2028 abschließen (Juni 2026). In Dormagen bietet DITIB seit 2025 gemeinsam mit dem IKD und dem DITIB-nahen FIBE e.V. eine zweijährige praktische Ausbildung für Absolventen der islamischen Theologie aus der Türkei an; 2025 begannen 47, 2026 45 Personen. Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) nennt 3.341 Absolventen seiner vierjährigen Ausbildung, die er seit den 1980er-Jahren in Köln und an weiteren Orten anbietet (Januar 2025). Das Zertifikat der Universität Münster Professional School für praktizierende Imame und Seelsorgende haben 65 Personen abgeschlossen, 18 weitere sollen 2026 folgen (September 2026). [3]
ملاحظة تحريرية
Weil sich die Ausbildungsgänge in Dauer, Zielgruppe und Stichtag unterscheiden, fasst DinAtlas die Zahlen nicht zu einer Gesamtsumme zusammen.
Moscheen und religiöses Personal
الموقف الرسمي
Nach einer aus Mitteln der DIK geförderten Studie des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) aus dem Jahr 2023 gab es 2022 in Deutschland rund 2.600 islamische einschließlich alevitischer Gemeinden. Die Zahl der Moscheen wird auf knapp 2.500, die der Cem-Häuser auf über 100 geschätzt. Dort arbeiten rund 2.200 Imame und etwa 100 alevitische Dedes; mehr als die Hälfte der Gemeinden hat auch weibliches religiöses Personal. [4][2]
الموقف الرسمي
Die Studie stellt fest, dass die Arbeitsverhältnisse des religiösen Personals vielfach ungesichert und befristet sind und viele Imame weiterhin im Ausland sozialisiert und ausgebildet und befristet nach Deutschland entsandt werden – mit geringen Deutschkenntnissen und großem Fortbildungsbedarf. Die Gemeinden finanzieren sich weit überwiegend aus Spenden, Ehrenamt und Mitgliedsbeiträgen; nur knapp jede zehnte erhält öffentliche Fördermittel von Kommune, Land oder Bund. Die Studie empfiehlt, die Gemeinden in der Breite zu fördern und Bildungsangebote so zu gestalten, dass auch kleinere Gemeinden davon profitieren. [4]
Vereinbarungen mit der Türkei, Marokko und Bosnien-Herzegowina
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Nach Angaben der DIK haben Deutschland und die Türkei im Dezember 2023 vereinbart, die Entsendung staatlich bediensteter Imame aus der Türkei schrittweise zu beenden; damit habe der Bedarf an in Deutschland aus- oder fortgebildeten Imamen noch einmal zugenommen. Vereinbart wurde auch eine Ausbildungsinitiative, die IKD und DITIB bzw. der DITIB-nahe FIBE e.V. gemeinsam umsetzen. Den Start der deutschsprachigen Imamausbildung der DITIB im Januar 2020 wertet die DIK als Alternative zur Entsendung von Imamen aus der Türkei. [2]
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Auf Grundlage einer deutsch-marokkanischen Übereinkunft nahmen am 15. und 16. Februar 2026 in Frankfurt am Main erstmals rund 80 für den Ramadan aus Marokko entsandte Imame, Rezitatoren und Predigerinnen an einem zweitägigen Einführungsseminar teil. Ausrichter waren das IKD und der Zentralrat der Marokkaner in Deutschland (ZRMD); das Seminar soll jährlich stattfinden. „Unsere Aufgabe ist es, eine stabile Brücke zwischen religiöser Tradition und gesellschaftlicher Verantwortung zu schaffen“, sagte ZRMD-Generalsekretär Mohamed El Kaada; Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit bildeten die Grundlage des Handelns. [5]
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Im April 2026 besuchte eine BMI-Delegation unter Leitung von Staatssekretär Sebastian Wüste die Islamische Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina in Sarajevo. Dabei wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Zusammenarbeit der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD) mit dem IKD bei der Aus- und Weiterbildung von Imamen auszubauen. [6]
Anerkennung und Selbstbestimmung der Gemeinden
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Die DIK betont, dass die Ausbildung religiösen Personals schon aus verfassungsrechtlichen Gründen zuallererst Angelegenheit der Religionsgemeinschaften selbst ist. Unter den Teilnehmenden besteht Einigkeit, dass die DIK kein einheitliches, zentrales Ausbildungsmodell anstreben soll; dies widerspräche dem Selbstbestimmungsrecht und der Vielfalt der Gemeinden. Im Sommer 2023 richtete die DIK eine Projektgruppe zur Anerkennung von Berufen und Ausbildungsgängen ein, deren Ergebnisse im November 2024 als Handreichung erschienen. [2]
Einschätzung von DinAtlas
تفسير DinAtlas
Aus Sicht von DinAtlas zeigen die aktualisierten Zahlen, dass das Bemühen muslimischer Gemeinschaften in Deutschland, ihr religiöses Personal in eigenen Einrichtungen und auf Deutsch auszubilden, Früchte trägt. Absolventenzahlen allein genügen jedoch nicht: Wie die Studie zeigt, arbeiten Imame oft in ungesicherten Verhältnissen, und Moscheen finanzieren sich weitgehend aus Spenden. Damit in Deutschland ausgebildete Imame dauerhaft in den Gemeinden wirken können, braucht der Beruf Anerkennung und brauchen die Gemeinden nachhaltige Unterstützung – unter Achtung ihres Selbstbestimmungsrechts, wie die DIK selbst betont; integrationspolitische Erwartungen dürfen nicht über die Inhalte religiöser Ausbildung entscheiden. DinAtlas wird den Anerkennungsprozess und die ersten Absolventen in Dormagen verfolgen. [3][4][2]
صفحات ذات صلة
المصادر6
تبيّن كل فقرة نوع العبارة والمصدر الذي تستند إليه.
Über die DIK
https://www.deutsche-islam-konferenz.de/DE/DIK/dik_node.html
Ausbildung religiösen Personals islamischer Gemeinden
Zur Ausbildung religiösen Personals islamischer Gemeinden – Eine Ergänzung der Bestandserhebung von 2020
Neue Studie (2023) beleuchtet die Struktur und Angebote islamischer Gemeinden in Deutschland
https://www.deutsche-islam-konferenz.de/SharedDocs/Meldungen/DE/ImDialog/240201-am-studie-zfti.html
Ramadan 2026: Erstes Einführungsseminar für marokkanische Imame in Deutschland
Delegation des BMI zu Gast bei der Islamischen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina
